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Apéro rich– Fluch oder Segen?

Von kelseb

Dass bei Medieninformationen Orangensaft und Salzstangen gereicht werden, ist nichts Neues.  Seit einiger Zeit allerdings grassiert ein neuer Trend, um die Journalisten gütig zu stimmen, beziehungsweise zu zähmen: Es werden neuerdings Lachsbrote, Pizzastücke und Patisiere à gogo angeboten, auch die Getränkevielfalt ist nicht zu knapp. Und die kulinarische Bereicherung hat auch einen Namen: Apéro rich. Treffend ist dieser Name auf jeden Fall. Er meint nichts anderes, als dass die Journalisten ihr Mittag- oder Abendessen einsparen können, weil ein solcher Apéro rich üppig, sehr üppig ausfällt, wie ein Bankett auf einer VIP-Hochzeit.

Das ist aber nur der vordergründige Effekt, der Hintergrund für dieses kulinarische Feuerwerk ist eine gestrenge Absicht: Denn PR-Profis wissen genau, dass Journalisten mit leeren Magen negativer berichten, denn mit Hunger ist man nicht gerade in einer positiven Stimmung. Mit Crémetörtchen und Fleischspiessen versucht man die Journalisten zur positiven Berichterstattung zu verführen. Die Journalisten ihrerseits lassen sich gerne mit solchen Häppchen verführen; einem kühlen Bierchen oder einem Gläschen Rotwein gegenüber sind sie auch nicht abgeneigt.

Leider ist es nun so, dass die Berichterstattung weder positiv noch negativ ausfällt, eher dürftig, weil viel Essen und viel Wein träge machen, und nicht zur Arbeit anspornt. Also, liebe PR-Fritzen: bleibt beim guten alten Apéro, denn Journalisten sind auch nur Menschen.
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